STACKENBLOCHEN (rsf)
(where contestants have to arrange items on a dresser at right angles - that passes for fun in germany)
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Der zivilisierte Teil der Zivilgesellschaft organisiert sich dieser Tage in der Flüchtlingsfrage in einem Tempo und in einem Umfang, dass mir ein Adjektiv fehlt, um zu beschreiben, wie unglaublich beeindruckt ich bin. Der barbarische Teil allerdings auch.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das alles weiter entwickelt.

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The Circle

Ich habe endlich "The Circle" von Dave Eggers (auf Deutsch) durchgelesen. Die Idee ist prima. Allerdings hatte ich die auch schonmal - vermutlich zusammen mit den meisten Menschen, mit denen ich regelmäßig umgehe. Um diese Idee spannend zu formulieren, braucht man außerdem höchstens ein Drittel der Seiten, die Eggers vollgemacht hat, so dass in mir der Verdacht keimt, Eggers könnte das Buch gar nicht für so Leute wie mich geschrieben haben, sondern für die vielen Menschen, die im Internet hauptsächlich ein technisches und kaum ein kulturelles Phänomen sehen.

Aber vielleicht ist es auch einfach bloß ein mittelmäßiges Buch. Zeitverschwendung war es für mich in jedem Fall.

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Handreichung: Ventilatorenbenutzung

Ich war vor einem guten Jahrzehnt mal in den Tropen. Da habe ich in einer Holzhütte gewohnt, es war unanständig heiß und ich hatte nur einen selbstschwenkenden Tischventilator. Als ich mich beklagte, dass man von diesen Dingern im Schlaf ja immer schlimm schnell einen Schnupfen bekäme, erklärte mir ein Einheimischer, wie man einen solchen Ventilator sinnvoll einsetzt. Man stellt ihn auf einen Stuhl anderthalb Meter neben das Bett und lässt ihn auf kleinster Stufe über den Körper schwenken, auf keinen Fall jedoch übers Gesicht. Stellt sich raus: das funktioniert ganz hervorragend.

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Ich will nen Camper

Ich war auf einem Festival. Mit einem reichlich luxuriösen Wohnmobil namens "Knaus Sky Traveller 500D". Es hatte eine Toilette, eine Dusche, einen gasbetriebenen Kühlschrank, einen dreiflammigen Herd und ein 200x160cm großes Bett im Alkoven. Wir haben zu zweit darin gewohnt. Wenn man sich hinreichend beschiede, würde so ein Teil sogar als kompletter Wohnsitz für eine Person reichen. Ich bin ziemlich beeindruckt und würde so ein Ding gerne besitzen. Allerdings kostet sowas ungefähr soviel, wie eine kleine Wohnung - und die ist immer noch da wenn das Wohnmobil längst im Wohnmobilhimmel angekommen ist.

Abgesehen davon, dass ich mir kein Fahrzeug für 50.000,- Euro und mehr leisten kann und will, das die meiste Zeit rumsteht, habe ich während der fünf Tage auch kapiert, dass man für kurzfristige Ausflüge keine komplette Sanitär- und Kücheneinrichtung braucht. Statt ausgiebig zu duschen, kann man sich auch einfach mal unterm Axel waschen, ein ein- oder zweiflammiger Kartuschenkocher ist genauso ausreichend wie eine 12-Volt-Kühlkiste, und wenn man unbedingt seinen eigenen Abtritt haben will, reicht auch ein tragbares Campingklo und ein Sichtschutz.

Was ich eigentlich gerne hätte, ist ein Campingfahrzeug, das ich auch PKW-artig nutzen kann, zwei fliegen mit einer Klappe sozusagen, denn realistischerwesie würden wir höchstens zwei- oder dreimal im Monat für eine oder zwei Nächte aus der Stadt rausfahren und irgendwo stehen und übernachten wollen (und können). Ein ausgebauter Caddy oder ein T4 oder ein Transit oder sowas wäre vermutlich praktisch. Hauptsache, das Bett ist mindestens 200cm lang und breiter als 120cm. Stehhöhe wär auch geil. Aber da scheint es dann auch wieder teuer zu werden, wenn man nicht Autos basteln kann - was ich nicht kann.

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Harry Rowohlt hat mich nicht nur außerordentlich inspiriert, sondern immer auch so sehr amüsiert, dass ich nie an ihn denken konnte, ohne lachen zu müssen. Auch jetzt nicht, wo er frisch verstorben ist. Ich wünsche mir, dass es den Menschen, die mich kennen, genauso geht, wenn ich mal abtrete.

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Vom Internet angequatscht

Die Tage schiebe ich morgens mein Mottofahrrad auf die Straße, um nach Potsdam zur Arbeit zu fahren, da kommt von rechts einer auf dem Fahrrad vorbeigefahren, hält an, fragt mich, ob ich ich sei und als ich bejahe, entpuppt er sich als Wrint-Hörer, der gerade zwei Monate unbezahlten Urlaub genommen hat und mit vollgepacktem Reiserad auf dem Weg von Köpenick zum Nordkapp ist.

Das sind so diese Momente in denen ich die Wirkungen des Internets mal nicht mindestens diskussionswürdig, sondern sogar wünschenswert finde. Schön wäre ja, wenn diese "Hach, Internet"-Momente die Regel und der ganze Scheiß die Ausnahme wäre. Naja.

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Ich habe eine Theorie!

Sie ist mir eingefallen, als ich mal wieder durch Stahnsdorf, das räudigste aller mir bekannter Dreckskäffer, gefahren bin. Sie geht so:

Der Speckgürtel um Berlin herum heisst Speckgürtel, weil er letztlich ist, wie ein Speckgürtel beim Menschen: Niemand braucht ihn, niemand will ihn, eigentlich ist er sogar schädlich, aber irgendwie wird man das Ding auch nicht wieder los.

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Seit ihr vor ein paar Jahren der Mann weggelaufen ist, ist die 37-jährige Nagelstudiobesitzerin Mandy B. aus Kaulsdorf froh um jede Abwechslung in ihrem eher eintönigen Leben. Da kommt ihr eine Zugfahrt gerade recht, um es mal so richtig krachen zu lassen.

"Is ja ooch ürnkwie Picknick", dachte sie sich, als sie heute morgen die Schnitzel briet, die sie nun mit viel Wonne, reichlich Brot, Gürkchen, ausgezogenen Schuhen und Tomate im ICE nach Hannover verzehrte - fast wie damals, als sie noch mit ihren Eltern auf dem Campingplatz im Harz urlaubte und die vermutlich beste Zeit ihres Lebens verbrachte. Schnell griff sie zur Super Illu, um auf andere Gedanken zu kommen.

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Radgedanken IV: Angstgesellschaft

Mein innerer Kulturpessimist wünscht sich manchmal, zehn oder sogar zwanzig Jahre älter zu sein und verbindet damit die Hoffnung, dann vielleicht nicht mehr mitbekommen zu müssen, wie unsere Gesellschaft endgültig vor ihrer eigenen Angst kapituliert.

Mein persönliches Symbol für die Richtung, in die wir uns entwickeln, ist der Fahrradhelm. Der ist konkreter diskutierbar, als die Hinnahme einer Gesellschaftsordnung, die auf vorauseilendem Gehorsam basiert, der wiederum impliziter Bevormundung durch Überwachung folgt - gerne auch gegenseitiger. Außerdem ist er eine griffige Metapher.

Mein innerer Küchenpsychologe denkt, dass Menschen, die sich keinem besonderen Risiko aussetzen, indem sie beispielsweise Radrennen oder MTB fahren, und trotzdem einen Helm aufsetzen, sich längst in einer emotionalen Situation befinden, in der der Unfall längst passiert ist. Ich halte das für gefährlich, weil wir schon jetzt kaum in der Lage sind, Risiken intuitiv richtig zu bewerten, gleichzeitig aber doof genug, Scharlatanen auf den Leim zu gehen - was vermutlich ein und denselben Mechanismus des Heuristikapparates in unseren Köpfen beschreibt.

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Radgedanken III

Ich frage mich die ganze Zeit, wie man Autofahrern nachhaltig klarmachen kann, dass Radler a) gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind, die b) nicht auf der Straße fahren, um Autofahrern auf die Nerven zu gehen, sondern weil es auf all den vermeitlichen Radwegen eben noch unangenehmer und gefährlicher zu fahren ist, als zwischen aggressiven Vollidioten, die sich einbilden, ein Automobil beinhalte die Berechtigung, andere Verkehrsteilnehmer dadurch zu belehren, dass man deren Leib und Leben gefährdet.

Das Einfachste wäre eine großflächige Kampagne, die von der Politik ausgeht. Die Politik in Berlin fällt aber leider nicht nur grundsätzlich aus, wie sie seit über einem Jahrzehnt praktisch täglich belegt, sondern auch ganz konkret wiegt für Senat und Abgeordnetenhaus der Komfort der Autofahrer schwerer als die Gesundheit der übrigen Verkehrsteilnehmer. Idelaerweise würden wir Erwerb und Erhalt der Fahrerlaubnis irgendwie daran koppeln, dass regelmäßig größere Innenstadtstrecken per Fahrrad zurückzulegen sind. Das allerdings ist wiederum so abwegig, dass man sich auch wieder auf Berliner Lokalpolitiker verlassen kann.

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